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Mondo ist ein Lehrgespräch zwischen Meister und Schüler. Das Mondo ist eine Art Zen-Dialog. Der Schüler stellt Fragen und der Meister antwortet. Solche Gespräche sind nicht bloß Seminare, sondern sie sollen unter dem Aspekt harmonischer Abstimmung, Sammlung und Konzentration stattfinden. Eines der wichtigsten Merkmale ist die Haltung des Respektes gegenüber der Lehre und die Zurückhaltung eigener unangebrachter Meinungen, die nicht den Zweck des Lernens verfolgen.
Eine höhere Form des Mondo ist Dokusan. Dokusan bedeutet "allein zu einem Höheren gehen" und ist eine private Unterredung zwischen Meister und Schüler. Eine solche Begegnung ist von Zeit zu Zeit nötig, da sie zu den wichtigsten Komponenten des Fortschritts gehört. Für das Zustandekommen solcher Begegnungen muss der Schüler Sorge tragen, denn sie sind ein Bindeglied zwischen Lehrer und Schüler, das nie abreißen darf. Besteht ein Verhältnis des Lernens ohne Dokusan, ist es für den Schüler unmöglich, sich auf dem WEG (Do) zu entwickeln. Das Nichtinteresse des Schülers an Dokusan ist für den Lehrer ein sicheres Zeichen von falscher Haltung seitens des Schülers. Verweigert der Lehrer dem Schüler Dokusan, ist dies für den Schüler ein Zeichen, dass er sich zu wenig auf dem Weg bemüht und zu viel Hilfe von außen erwartet.
Dokusan in den Kampfkünsten hat einen ähnlichen Charakter wie die christliche Beichte und unterliegt ebenso wie diese strenger Geheimhaltung. Erstens, weil im Dokusan völlige Offenheit erwartet wird, und zweitens, weil es eine Art persönlicher Lehre ist, die auf den einzelnen Schüler abgestimmt sein muss, denn selbst bei gleichen Sachverhalten reagieren verschiedene Schüler unterschiedlich.
Außerdem kann Dokusan nur von einem Sensei selbst gegeben werden und nie von einem Sempai. Geschieht dies dennoch, muss der Sensei davon in Kenntnis gesetzt werden. Im gegenteiligen Fall wird dies als Vertrauensbruch angesehen. |